Fifa Lootboxen

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FIFA 23: Sind Lootboxen Glücksspiel?

Das Zocken auf Konsolen und Computern ist sehr populär geworden. Mittlerweile ist dies auch möglich, mithilfe des Internets. Spieler können gegeneinander und miteinander auf der ganzen Welt spielen. Electronic Arts gehört zu den größten Spieleherstellern.

Besonders bekannt ist das Unternehmen für seine FIFA-Reihe. Das Unternehmen könnte jetzt jedoch Probleme bekommen. EA hat ein Patent angemeldet, bei dem es preisgibt, dass ein Algorithmus entwickelt und auch eingesetzt wurde, welcher Einfluss auf den Ausgang von virtuellen Spielen haben soll. Sind Spieler längere Zeit nicht dabei gewesen oder schwächer als andere, bevorzugt der Algorithmus diese. Man möchte auf diese Art und Weise dafür sorgen, dass die Spieler nicht ganz aufhören mit dem Spielen und wieder mehr Lust am Spielen bekommen. Hinzukommt, dass sie so weiterhin Geld ausgeben, deshalb manipuliert das Unternehmen das Spiel.

Kaufverhalten

Das Kaufverhalten eines Spieles hat Einfluss auf dessen Glück, was Lootboxen betrifft. Diese können die Spieler von FIFA für Geld kaufen. Es sind virtuelle Kartenpakete, vergleichbar mit den Panini Sticker Alben. Topfußballspieler, wie beispielsweise Lionel Messi oder auch Christiano Ronaldo können sich so dort befinden, aber auch die Durchschnittskicker, die keinen besonderen Wert darstellen. Ein FIFA-Spieler hat so die Möglichkeit mit echtem Geld mehr Stärke in seine virtuelle Mannschaft zu bringen. Bei Glücksspielen können zudem die sogenannten Autoplay Slots zu Lootboxen verhelfen. Der Algorithmus soll dabei helfen, Spieler, welche lange offline waren, wieder aktiv am Spiel teilhaben zulassen. Sie erhalten bessere Chancen, was das Spiel wieder interessanter macht. FIFA-Fans, welche erst kürzlich Stickerpacks gekauft haben, bekommen seltener dafür einen guten Spieler. Dies gilt ebenfalls als Anreiz, denn so versuchen sie immer wieder neue Packs zu bekommen. Es bewirkt eine künstliche Verlängerung der „Pechsträhne“. Auch beim laufenden Spiel sind Manipulationen eingebaut. Wird das Spiel zu einseitig, setzt der Algorithmus ein. Dieser sorgt dafür, dass die virtuellen Spieler auf einmal ein schlechteres oder ein besseres Spiel abliefern.

Anfechtung des Geschäfts

Rechtsanwälte sind der Ansicht, dass Spieler, die Geld für Lootboxen ausgegeben haben, das Geld zurückverlangen können. Dieses Rechtsgeschäft ist anfechtbar. Es handelt sich laut den Rechtsanwälten um eine arglistige Täuschung durch das Unternehmen. Paragraf 123 BGB besagt, dass so entstandene Verträge, anzufechten sind. Sie lassen sich auch komplett rückgängig machen. Fechtet ein Spieler die Ingame-Käufe an, kann er eventuell das Geld, das er für die Lootboxen bezahlt hat, zurückbekommen.

Problematik

Setzen Hersteller von Videospielen diese Art der Finanzierung durch Lootboxen bei ihren Spielen ein, ist das eine rechtliche Grauzone, die sie betreten. Schnell verschwimmt die Grenze zum Glücksspiel. Laut Paragraf 762 BGB gehören Verträge, bei denen Wetten oder Glücksspiele zum Inhalt gehören, nicht den Regularien an. Es ist nicht möglich, einen Vertrag mittels einer Wette abzuschließen. Ingame-Käufe sind daher nicht gültig. Lootboxen stellen, wie auch andere Arten von Glücksspielen, das Risiko dar, süchtig danach zu werden. Die Niederlande und Belgien stuften bereits in FIFA 18 die Lootboxen als illegales Glücksspiel ein. Das Unternehmen nimmt diese Entscheidung nicht hin und es könnte sein, dass es diesbezüglich sogar zu einer Gerichtsverhandlung kommen könnte. Das Urteil, welches dann gefällt werden würde, könnte eine Signalwirkung haben.

Deutschland untersucht diese Lootboxen nicht. Doch soll das Jugendschutzgesetz dementsprechend angepasst werden. Dann haben minderjährige Mitspieler keinen Zugang mehr zu den Lootboxen. Die Diskussion, ob Lootboxen zum Glücksspiel gehören, läuft seit mehreren Jahren. Das Unternehmen selbst hat es eventuell nicht in der Hand, diese Entscheidung zu treffen. Weltweit haben Regierungen, Untersuchungen angeordnet, was die Lootboxen betrifft. Ein endgültiges Ergebnis ist noch nicht in Sicht. Gernot Blümel, der Finanzminister von Österreich gab bekannt, dass es eine Überarbeitung, was die Glücksspielgesetze betrifft, worunter dann auch die Lootboxen fallen, geben würde. Angenommen wird, das auch Deutschland und dass Vereinigte Königreich, sowie Österreich folgen werden. Das könnte dazu führen, dass Lootboxen auch in den Ländern nur zugänglich für Spieler ab 18 Jahren werden.

Regelung von Glücksspielen

Was Glücksspiel ist und was nicht, wird vom Glücksspiel-Staatsvertrag geregelt. Gehört laut dieser ein Spiel dazu, erhält dieses wegen der allgemeinen Rechtsordnung keine Freigabe für die Jugend bei der USK. Bisher gelten Lootboxen als Bezahl- und Geschäftsmodelle und werden noch nicht als Glücksspiele anerkannt. Bei der USK gehören diese anhand der Leitkriterien bezugnehmend auf die Bewertung des Jugendschutzes, nicht dazu. Lootboxen unterliegen anderen regulatorischen Vorgaben. Die USK ist bis dato daher nicht gesetzlich dazu verpflichtet, wenn es darum geht, die Alterseinstufung zu prüfen, die Lootboxen dabei miteinzubeziehen.

Glücksspiele

Zu Glücksspielen zählen laut Definition, die Spiele, bei denen es möglich ist, durch das Zahlen von Geld eine Gewinnchance zu bekommen und dass dieser Gewinn anhängig von Kommissar Zufall ist. Bei Lootboxen erhalten Spieler gegen ein Entgelt ein Item das zufällig generiert wurde. Daher fallen diese bis dato nicht in den Bereich des Glücksspiels. Bei Lootboxen werden Gegenstände zufällig ausgewählt, wie es auch beim Ziehen von Losen oder dem Kauf eines Überraschungs-Eis der Fall ist. Das Überraschungs-Ei ist den USA zum Beispiel auch verboten! Es handelt sich um ein komplexes Thema und dieses ist in Deutschland streng reguliert. Der Gesetzgeber entscheidet darüber, was zum Glücksspiel gehört und was nicht. Ein Urteil darf die USK nicht abgeben.

Momentan sind solche Lootboxen noch frei käuflich und lassen sich in jeder Altersklasse erwerben. Mit ein bisschen Glück erzielt man ein gutes Item, doch auch ein Item, welches man sich nicht gewünscht hat, kann zum Vorschein kommen. Ein bisschen Glück benötigt man hier in jedem Fall.

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