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Datenübertragung via Kabel: Infos & How-To

Drahtlos ist heute bei praktisch allem, was mit Digitalisierung, Gaming und Fernsehen zusammenhängt, das Maß aller Dinge. Der Grund? Funkverbindungen sind enorm komfortabel und flexibel. Und auch wenn sie deshalb bei vielen Anwendungen eine unangefochtene Daseinsberechtigung haben, so gibt es doch Situationen, in denen das Kabel die deutlich bessere Form ist – auch in Sachen Gaming.

Auf den folgenden Zeilen liest du nicht nur, warum und wobei das Kabel besser ist, sondern auch, wie du es in deinem Zimmer oder der ganzen Wohnung spielend leicht auch nachträglich verlegen kannst.

Gute Gründe für das Kabel

Was ist die derzeit schnellste Methode für Datenübertragung in Sachen Internet, Telefonie, Streaming? Es ist das Glasfaserkabel. Ganz speziell auf diese Technik bezogen, ist der wichtigste Grund zwar, dass bei Lichtwellenleitern die Geschwindigkeit nicht mit der Leitungslänge abnimmt, aber darüber hinaus stellt Glasfaser auch in allgemeiner Hinsicht den Gipfelpunkt aller kabelbasierten Vorteile dar:

1) Kabel ist kaum störungsanfällig.

Hast du schon einmal bei Gewitter Satellitenfernsehen geschaut oder einen WLAN-Router zu dicht an ein Elektrogerät gestellt? Dann hast du wahrscheinlich erlebt, wie schnell sich eine gute Funkverbindung ins Gegenteil verkehren kann.

Das ist zumindest ärgerlich; etwa, wenn beim Streamen das Bild pixelig wird oder der Clip gänzlich hängenbleibt. Stell dir aber einmal vor, du spielst beispielsweise ernsthaft ein Koop-Match in Outriders. Aus irgendeinem Grund macht plötzlich das WLAN schlapp…

  • …weil dein Nachbar die Waschmaschine anschaltet;
  • …weil ein Babyphone Verbindung aufnimmt;
  • …weil dein Mitbewohner eine Bluetooth-Verbindung aufbaut;
  • …weil alle deine Nachbarn im selben Frequenzbereich arbeiten.

Es gibt zahllose Dinge, die Funkverbindungen und damit auch WLAN stören können. Immer vermindern sie zumindest die Signalqualität. In der Masse können sie aber auch eine Verbindung gänzlich zunichtemachen. Dann musst du auf die langwierige Störungssuche gehen und dich, wenn du die Quelle gefunden hast, abmühen, sie abzustellen.

Anders bei Kabel. Bei Glasfaser sowieso und auch bei hochwertigen, gut abgeschirmten, metallischen Ethernet-Kabeln der Kategorien 7 und 8 muss sehr viel mehr geschehen, damit deren Übertragungsqualität beeinträchtigt wird.

Funk kann durch viele Quellen ernsthaft gestört werden. | Bild: stock.adobe.com / Tiko

2) Bei Kabel spielen häusliche Distanzen keine Rolle.

Die Switch auf dem Balkon, das Smart-TV im Garten zum Fußball-Streaming: Wahrscheinlich bist du bei solchen Wünschen schon mit den Reichweitenlimitierungen funkbasierter Datenübertragungen kollidiert. Ein grundsätzlicher Knackpunkt, denn selbst unter Idealbedingungen kommt jedes Funksignal (frequenzabhängig) nur so weit, wie es die Ausgangsleistung gestattet.

Großes Problem für WLAN und Co. Das sind Anwendungen im extrem hohen Frequenzbereich (2,4 und 5 Gigahertz). Je höher die Frequenz, desto:

  • geringer die generelle Reichweite;
  • geringer die Durchdringungsfähigkeit von Materialien;
  • größer die Störanfälligkeit;
  • unvorhersagbarer die Signalqualität an wechselnden Standorten.

Zudem schreibt die Bundesnetzagentur für WLAN äußerst magere Sendeleistungen vor – 100 Milliwatt bei 2,4 GHz, 200 bei 5. Zum Vergleich: Ein CB-Funker darf je nach Betriebsart mit bis zu 12 Watt agieren.

Natürlich, bei metallischen Kabeln verringert sich die Signalqualität ebenfalls auf Distanz. Das hat jedoch im häuslichen Bereich kaum Bewandtnis, weil sehr gute Kabel 100 Meter lang sein dürfen. Und bei Glasfaser spielt Länge, wie angemerkt, gar keine Rolle.

Für Ping und Datenrate ist Kabel die schnellstmögliche Verbindung. | Bild: stock.adobe.com / Monkey Business

3) Kabel ist die sicherste Alternative.

Sicher hast du schon einmal einen Blick auf deine WLAN-Liste geworfen – oder Radio gehört. Wahrscheinlich viele Sender in Reichweite. Nun bedenke, dass alles, was dich vom Einloggen und somit potenziellen Mithören abhält, ein Passwort ist.

Vielleicht glaubst du, dass du als normaler Gamer oder Streamer kein Ziel für Hacker wärst. Aber ist das wirklich so? Überlege beispielsweise, wie oft du via WLAN Passwörter eingibst. Vielleicht beim Online-Banking, vielleicht bei Shops, wo deine Zahlungsdaten hinterlegt sind.

Hier ist es eine Tatsache, dass jeder in Reichweite ein Funksignal empfangen kann. Und es ist für ambitionierte Cyberkriminelle nicht sonderlich schwer, dabei Daten abzugreifen. Zugegeben, sichere Passwörter machen das schwieriger, aber nicht unmöglich.

Das kann nur Kabel. Dort kann man sich nur physisch einklinken. Natürlich bleiben auch so zwischen deinem Rechner und dem Server noch genügend Zugriffsmöglichkeiten, aber wenigstens ist keine davon funkbasiert – denn das globale Internet stützt sich maßgeblich auf Kabel, um die Signallaufzeit niedrig zu halten. Übrigens ein weiterer Punkt für die Leitung: Der Ping, also die Latenzzeit, ist hierbei signifikant geringer als bei Funk. Vor allem beim Gaming unsagbar wichtig.

Wie du Kabel ordentlich verlegen kannst

Du musst nun nicht grundsätzlich auf Kabel umschwenken; bei vielen Geräten ist das ja auch schlicht nicht möglich. Allerdings solltest du zumindest dort, wo deine Geräte sowieso semi-ortsfest genutzt werden, diese Lösung nutzen. Konkret beim (smarten) Fernseher, deinem Computer sowie den Konsolen – schließlich haben sowohl PS4 und -5 wie Xbox One passende Stecker.

Allerbeste Vorgehensweise wäre es, die Kabel in der Wand verschwinden zu lassen, wie man es mit Stromkabeln praktiziert. Passend dazu hält der Fachhandel zudem Unter- und Aufputz-Steckdosen bereit, sodass du nur noch mit einem Patchkabel eine kurze Strecke überbrücken musst.

Allerdings ist das mit einigem Aufwand verbunden. In Mietwohnungen ist es meist gar nicht möglich, weil dazu Schlitze in die Wände gestemmt werden müssen. Es geht aber auch nachträglich.

Tipp: Nutze besser keine Powerline-Systeme (Datenübertragung über Stromleitung). Diese sind deutlich störanfälliger als Netzwerkkabel und können zudem andere Funknetzwerke stören.

Leerrohre in Schalterdosen lassen sich ganz leicht erkennen. | Bild: stock.adobe.com / Alterfalter

1. Suche nach Leerrohren.

Ist deine Wohnung recht neu? Dann ist es wahrscheinlich, dass alle Stromkabel in Leerrohren verlegt wurden – in denen ist häufig noch Platz und ein gut geschirmtes Ethernet-Kabel kann problemlos dicht bei Stromleitungen liegen. Schalte dazu die Sicherung ab, entferne bei einer Steckdose die Blende und den Einsatz (ohne die Kabelanschlüsse zu lösen) und schau in die Schalterdose. Siehst du einen rohr- oder schlauchartigen Durchgang mit genügend Platz? Dann kannst du ihn nutzen – du musst dich aber von Steckdose zu Steckdose und von Verteilerdose zu Verteilerdose arbeiten und einen Staubsauger benutzen.

2. Miss sorgfältig die Länge.

Beim Kabel spielt zwar ein Meter keine Rolle für die Signalqualität, dennoch möchtest du aber so wenig wie möglich verlegen. Egal wie du dabei genau vorgehen willst, immer solltest du die Länge sorgfältig ermitteln:

  • Miss per Zollstock die Einzelstrecken ab. Etwa hoch bis unter die Decke, dann entlang der Wand bis zur Tür. Vergiss nicht die Wanddicken.
  • Addiere die Werte und schlage pro Ende 5 Zentimeter als Reserve auf.
  • Miss alles erneut – lieber zweimal gemessen als einmal vertan.

Lass dir dann im Fachhandel ein Kabel passend konfigurieren. Setze nicht auf Fertigkabel aus dem Netz – die gibt es überdies meist nur in festgelegten Längen.

Tipp: Überlege dir jetzt schon, ob du entlang der Decke oder des Bodens gehen möchtest. Damit geht die Art der Verkleidung einher.

3. Prüfe vor dem Bohren sorgfältig.

Selbst in Mietwohnungen ist es erlaubt, Löcher zu bohren. Da sich aber in den Wänden zwischen Heizungs- und Wasserrohren sowie anderen Leitungen diverse Hindernisse befinden können, musst du grundsätzlich vorher mit einem Leitungsdetektor agieren. Wähle ein Modell, welches sowohl stromführende Leitungen wie auch andere Materialien finden kann; das kann nicht jedes Gerät.

Tipp 1: Gehe nicht unmittelbar über Türen durch die Wand. Dort befindet sich ein sogenannter Sturz. Der besteht aus Stahlbeton – unheimlich schwierig zu durchbohren.
Tipp 2: Passende Bohrmaschinen kannst du in vielen Baumärkten ausleihen.

Niemals bohren ohne Leitungsdetektor – das kann zu Katastrophen führen. | Bild: stock.adobe.com / cegli

4. Schütze den Stecker beim Durchschieben.

Wenn du gebohrt hast, musst du das Kabel durch Wände führen. Das ist sowohl knifflig wie es ein Risiko für den Stecker sein kann. So geht’s perfekt:

  • Nimm ein Stück dicken, starren Draht etwas länger als die Wanddicke.
    Klebe es mit Isolierband an das Kabelende. Wickle auch den Stecker sorgfältig ein.
    Schiebe den Draht in das Bohrloch, bis er auf der anderen Seite herausschaut.

Dann musst du nur noch vorsichtig(!) am Draht ziehen, bis das Kabel wieder auftaucht. Klebeband entfernen und weiter geht es.

Fußbodenleisten sind ein sehr charmantes Kabelversteck. | Bild: stock.adobe.com / andrey gonchar

5. Verlege und verstecke das Kabel sauber.

Deine Leitung ist nun zwar dort, wo du sie haben möchtest, liegt oder hängt aber noch unschön herum. In der einfachsten Variante könntest du sie mit Kabelschellen an der Wand befestigen – mit einer Wasserwaage ist das ganz leicht. Es geht aber deutlich schicker:

  • Bei am Boden verlaufenden Kabeln kannst du auf Fußleisten mit Kabelkanal setzen. Diese haben auf der Rückseite eine entsprechende Aussparung.
  • Bei an der Decke verlaufenden Kabeln ist Kunststoff-Kabelkanal die Lösung. Bevor du ihn jedoch montierst und in Wand- bzw. Deckenfarbe streichst oder tapezierst, solltest du ihn mit Kunststoff-Primer lackieren – andernfalls hält die Farbe nicht.

Falls du möchtest, kannst du diese Vorgehensweise auch abrunden, indem du die Kabelenden in Aufputz-Dosen hineinführst. Dazu musst du die Litzen jedoch händisch sortieren und anschließen – nicht ganz einfach, dafür aber optisch sehr schick.

Jetzt musst du nur noch das Kabel mit Router und Endgerät verbinden und kannst loslegen – so schnell wie es dein Internetvertrag gestattet und garantiert frei von Störungen und Reichweitenproblemen.

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